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PERIHELLIUM: THE NEW BEGINNING
VÖ: 09.05.2008 Das polnische Indie-Label Insanity Records" hat sich offensichtlich ganz dem Progressive Metal verschrieben. Mir fällt dabei auf, dass sich unter diesem Deckmantel so manches, bisher kaum beachtetes, aber dafür lohnenswertes Projekt findet. Prog scheint in Polen wieder angesagt, denn auch das hier vorliegende Debüt der Formation PERIHELLIUM hinterlässt von Anfang bis zum Ende einen mehr als ordentlichen Eindruck. Einfallsreichtum und Abwechslung finden sich in den unterschiedlich langen Kompositionen wieder, dabei reicht das Spektrum natürlich von DREAM THEATER, welche von jedem einzelnen PERIHELLIUM-Member als Quelle der eigenen Inspiration angegeben werden, bis zu RIVERSIDE, die neben SATELLITE derzeit Polens anerkanntester Prog-Export sein dürften. Dabei stellt sich die Frage, wer festes Bandmitglied ist. Gerard Wróbel, Gitarre, gründete die Formation 2004. Dazu gehören Bartek Bachula am Bass und Seweryn Blasiak am Schlagzeug. Die Aufnahmen zu "The New Beginning" starteten im Februar vergangenen Jahres, im September 2007 war die Scheibe dann fertig gestellt. Für die Gesangsparts sicherte man sich die Stimme von Marcin Sulek, der im Booklet als Gastmusiker ausgewiesen wurde. Offen ist noch die Feststellung, dass die stilprägenden Synthies und Keyboards von Gerard Wróbel als Midi-Parts eingespielt und von einem gewissem Grzegorz Kasprzyk gemixt wurden. Vor allen Dingen die Tasten lassen Ähnlichkeiten zu SYMPHONY X erkennen, obwohl die Stimme von Marin Surek nicht der eines Russell Allan gleicht. Das würde hier auch nicht passen. Dafür ist die Mucke an vielen Stellen zu verspielt. Das instrumentale und zu Beginn elektronische Eröffnungsstück Chrome verdeutlicht hohe musikalische Fähigkeiten. Die Gitarren und die grollenden Bässe legen dabei den metallischen Untergrund, auf dem sich PERIHELLIUM wunderbar zurecht finden. Im folgenden Redd und auch dem anschließenden The Traveller stehen PERIHELLIUM den Landsmännern von RIVERSIDE näher, doch hier spielen sie ein ums andere Mal eher einen historischen Beat, als melancholisch auf Gefühlsduselei zu setzen. Aber man findet auch ein wenig New Artrock, zeitweise dürfte es sich sogar um Independent handeln. Egal, die Nummern sind wirklich gut! Das 19-minütige und abschließende Beyond The Time fällt nochmals aus der Rolle. Es dürfte klar sein, dass hier ein ständiges Auf und Ab stattfindet. PERIHELLIUM sind progressiv, ohne Frage. Und doch verbergen sie nicht ihre eigentliche musikalische Herkunft. Frappierend sind die Ähnlichkeiten zu METALLICA in deren späterer Schaffensphase, wobei die Schalter blitzartig auf Verschachtelungen umgelegt werden. Das Bassspiel ist nicht nur elegant, sondern auch extrem powervoll und innovativ. Die übrigen Instrumente werden bis zum Ende geschmackvoll eingesetzt. Dabei grasen die 5 Polen noch mal alles ab, was Rang und Namen in der Prog-Metal-Zunft hat. DREAM THEATER, THRESHOLD etc., aber auch frühere Prog-Ikonen wie zum Beispiel PINK FLOYD in deren ruhigen und emotionalen Momenten. Ich hoffe, dass diese Band in den leider nur 41 Minuten nicht ihr ganzes Potenzial verschossen hat. Da kann man nur gespannt sein, was den Jungs noch alles einfallen wird. Das macht Hoffnung und man muss eigentlich davon ausgehen, dass PERIHELLIUM mit diesem Debüt schnell aus dem Underground hervortreten werden. Ganz starke Scheibe! (Ralf Ruhenstroth, www. home-of-rock.de)
Format: CD | Cat-No:7904 | Price: € 9,99
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