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TEA CLUB, THE: GENERAL WINTER’S SECRET MUSEUM  


VÖ: 03.04.2009 Müsste man eine Klassifizierung wählen, um die Musik von The Tea Club zu umschreiben, wäre effizient wohl am ehesten der Mantel, welcher deren psychedelisch angehauchten New Art-Rock umhüllen dürfte, eine eben dieser elektrisierenden Mixturen aus dichtem Sound und Transparenz....Die Brüder Patrick und Dan McGowan nebst Kyle Minnick haben mit ihrem ersten vollwertigen Silberling eine durchweg hörbare Wundertüte gebastelt, welche sich zu gern in musikalische Gefolgschaft Fripp'scher Prog-Ungetüme und psychedelischer Etüde begeben, und die jederzeit nachvollziehbaren knackigen Arrangements zur Chefsache erklären. Die Amis beherrschen ohne Schwierigkeit die Balance zwischen Laut und Leise, Langsam und Schnell, Brachialität und Wohlklang, ziehen aber eine kontrastierende Linie durch das meist aufgeweckte Album, wobei selbige entgegen allen Prog-Konzessionen völlig ohne Tasteninventar zu bestehen vermögen. Sie kulminieren dem Zeitgeist entsprechend musikalischen Ideen mit dergleichen Konsequenz wie den Versuch, wiederholt mit den Stereotypen der Rockmusik aufzuräumen. Scheppernd kakofone Ausbrüche erscheinen kontrolliert und kokettieren mit besänftigenden Tönen als friedliche Koexistenz, predigen provokativ in "Castle Builder" sogar voller Kraft von spiritueller Erfüllung, oder klopfen bei "The Moon" wiedergeborene Singlärchen aus dem arg angegrauten Sack postpubertärer Blumenkinder-Veteranen. Diese Band maßt sich keinesfalls an, Modernität mit überdimensionalen Löffeln gefressen zu haben, weiß aber nichtsdestotrotz, visionären Eifer geschickt mit musikalischen Traditionen zu verbünden, um daraus keine Papiertiger, sondern ihre Abdrücke auf dem gerodeten Feld der alternativ musizierenden Lustbarkeiten zu hinterlassen. Engmaschige Staccato-Segmente zwischen vielschichtigen Gesangsharmonien, wie im knapp siebenminütigem "Will O' The Wisp", welches zudem kommissarisch den Blues atmet, beweisen hörbar einfach die wahren handwerklichen Stärken der jungen Burschen, die übrigens exzellent und dynamisch von Emo-Maestro Tim Gilles an den Reglern in Szene gesetzt wurden. Der Fairness halber sollte man an dieser Stelle nicht unter den Tisch fallen lassen, dass diese Formation personellen Fluktuationen unterworfen war und einige Bassläufe noch mit dem mittlerweile abgewanderten Jim Berger eingespielt wurden. Es bedeutet keine Zeitverschwendung, sich dieser hoffnungsvollen Nachwuchscombo mit ihren hörbaren Resultaten anzunehmen und nach einigen Durchläufen deren tatsächliches Potential zu entzaubern. Genreumsichtige Konsumenten, die sich schon dem musikalischen Drang von Pure Reason Revolution, Amber Light und Echolyn völlig hingaben, werden diese Scheibe uneingeschränkt lieben.
Www.rocktimes.de

Format: CD | BestellNr.:9290 | Preis: € 9,99  



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