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LO-FI RESISTANCE: CHALK LINES 


VÖ: 07.12.2012
Zum zweiten Mal hat der erst 24-jährige Musiker Randy McStine eine Art Supergroup um sich geschart, um den Nachfolger zum LO-FI-RESISTANCE-Debüt "A Deep Breath" aufzunehmen. Mittlerweile beim Prog-Qualitätslabel Burning Shed untergekommen, präsentiert sich "Chalk Lines" noch gereifter als sein Vorgänger. So viel will ich vorwegnehmen: McStine setzt hier ein deutliches Ausrufungszeichen für alle Prog-Anhänger da draußen.

Vom musikalischen Ansatz kann man LO-FI-RESISTANCE gut mit dem Solo-Schaffen von Steven Wilson vergleichen. In beiden Fällen haben wir es mit grenzübergreifender, progressiver Musik zu tun, die sich scheinbar mühelos zwischen tonnenschweren, doomig stampfenden Passagen und fragilen, federleichten Soundgebilden bewegt. Beide Extreme werden mit einer Qualität und einer Introvertiertheit dargeboten, die man so nicht ständig hört.

Den Anfang macht der Art-Rocker 'Isolation Tank', hier kann man durchaus Parallelen zu PORCUPINE TREE ziehen. Wie der junge Randy McStine die Saiteninstrumente mit analogen, elektronischen Sounds paart, ist wirklich klasse. Die Elegie des Songs und die charismatische Stimme des Multitalents sind ebenso großartig. Etwas abgefahrener ist 'Chalk Lines', das sich abwechselnd durch seine rhythmisch interessanten Grooves und eingängige, ruhige Passagen auszeichnet. Eine total interessante Nummer, deren traurige Klavier-Akkorde auch von ANATHEMA stammen könnten.

Auch die anderen Songs sind nicht minder abwechslungsreich. Da hätten wir das kurze Singer/Songwriter-Stück 'I Move On', dessen Harmonie am Ende durch Samples und dunkle Klangmalerei ad absurdum geführt wird. Oder 'Fading Pictures', eines der besten Stücke auf "Chalk Lines". Hier wird auf schwelgerische Art und Weise Art und Alternative Rock gekreuzt, so dass Schubladendenken absolut überflüssig erscheint.

Es ist ganz gleich, welchen Song von "Chalk Lines" man herausnimmt. Hier ist ein eigenständiger Musiker am Werk, der zusammen mit einer erlesenen Musikantenbande fernab der üblichen Klischees zaubert. Wenn ich mir erneut vor Augen führe, wie viele Jahre Randy McStine noch progressive Musik aufnehmen kann, bin ich äußerst gespannt, was uns noch alles erwarten wird. "Chalk Lines" ist der würdige Nachfolger des Debüts und jeder Fan von Prog sollte hier reinhören.
Review: Nils Macher/Powermetal.de - 8,5/10 Punkten



LO-FI RESISTANCE ist immer noch die Band/das Projekt Randy McStines, der es zum zweiten Mal geschafft hat, sich mit illustren Gastmusikern zu umgeben. Nick D'Virgilio ist zwar raus, vermutlich hat er mehr als genug anderweitige Engagements zu bewältigen, Doug Pinnick (KING’S X) hingegen ist wieder mit dabei. Neu eingefunden hat sich eine breite PORCUPINE TREE-Bezugsfront (Harrison, Edwin, Wesley), der vielbeschäftigte John Giblin (KATE BUSH, SCOTT WALKER, LENNON & McCARTNEY, SIMPLE MINDS u.v.m.) sowie Keyboarder Dave Kerzner, der ebenfalls eine schier endlos lange Liste renommierter Arbeitgeber vorweisen kann (der Wikipedia-Eintrag reicht von KEVIN GILBERT über GENESIS bis TOM WAITS, von den SMASHING PUMKINS zu JON ANDERSON. Wenn man ein Dutzend Zwischenstationen auslässt…). Eine bemerkenswerte Garde edler Ritter also, die der junge Knappe McStine um sich geschart hat. Doch hat sich der Aufwand gelohnt? Einfache Antwort: Definitiv. LO-FI RESISTANCE mögen in ihrer Mischung aus Melancholie und Härte PORCUPINE TREE ähnlich sein, doch die musikalische Umsetzung bewegt sich in anderen Bahnen. Alternative Rock mit progressiven Schüben, rhythmisch akzentuiert, treibend, doch kaum metallisch. Eher ein Hauch von Grunge am Horizont. Manchmal klingen LO-FI RESISTANE wie eine nonchalante KING’S X-Variante, aber auch die fröhliche Genredurchmischung á la 10CC ist Randy McStine nicht fremd. Wobei das parodistische Element weitgehend fehlt. LO-FI RESISTANCE arbeiten sich mit viel Gefühl und Gespür durch die Jahrzehnte und Stile ohne diese unvereinbar zu zerstückeln. Ruppige Passagen harmonieren mit nahezu kammermusikalischer Schwelgerei; LED ZEPPELIN und die BEATLES begegnen sich in der Ferne, schütteln die Hände und ziehen weiter. Dabei bleibt die Musik angenehm kantig, kein süßliches Gesäusel macht sich breit, selbst wenn maßvolle Elegie herrscht. LO-FI RESISTANCE bleiben ökonomisch in der Wahl der Mittel, vermeiden Gigantonomie, was sowohl die Instrumentierung wie die Zurschaustellung technischer Finessen betrifft. Sogar der fast eine Viertelstunde dauernde Abschlusstrack „Face Another Day” weist wohltarierte Spannungskurven auf, die keine Längen entstehen lassen. Dass Randy McStine auch als Sänger eine gute Figur macht, versteht sich fast von selbst. Der Mann hat Potenzial und die richtigen Freunde/Kollegen. Recht so! FAZIT: „Chalk Lines“ stellt eine Steigerung zum bereits achtbaren Debüt dar (dem ich 9 - 10 Punkte gegeben hätte). Produktionstechnisch, klanglich und musikalisch ausgefeilter sind LO-FI RESISTANCE abwechslungsreiche Grenzgänger zwischen Alternative- und Progressive-Rock. Zartbitter ohne fiesen Nachgeschmack.
(J. König/musikreviews.de - 11/15 Punkten)

Format: CD | BestellNr.:14818 | Preis: € 12,99  



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