MORON POLICE
Pachinko CD
MORON POLICE
Pachinko CD
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| Artikelnummer: | 44244 |
|---|---|
| Label: | Just For Kicks |
| Format: | CD |
| Genre: | PROGRESSIVE |
| Erscheinungsdatum: | 03.09.2026 |
Produktinformationen " Pachinko CD"
Die norwegische Band war schon immer für ihren schrägen Humor, ihre überschäumende Spielfreude und ihre Vorliebe für eingängige Melodien bekannt. Mit ihrem vierten Studioalbum gehen Moron Police jedoch einen entscheidenden Schritt weiter: "Pachinko" verbindet den typischen augenzwinkernden Charme der Band mit einer emotionalen Tiefe, die man hinter dem skurrilen Konzept zunächst kaum vermuten würde. Das Ergebnis ist ein außergewöhnliches Progressive-Rock-Album, das gleichzeitig verspielt, technisch brillant, bewegend und überraschend nachdenklich ausfällt. Das Album erzählt die bizarre Geschichte eines Mannes, der sich in einen empfindungsfähigen Pachinko-Automaten verwandelt – eine absurde Idee, hinter der sich Themen wie Identität, Verlust, Wiedergeburt und Selbstfindung verbergen. Dabei war lange unklar, ob Moron Police nach dem tragischen Unfalltod ihres Drummers Thore Omland Pettersen, überhaupt weitermachen würden. Nach drei Jahren ist jetzt klar, dass das Album mit einer musikalischen Wucht zurück ins Leben drängt, die Thore genauso befürwortet hätte. Der Nachfolger wurde in Billy Rymer (The Dillinger Escape Plan) gefunden. In einigen Momenten erkennt man das Schlagzeugspiel seiner Hauptband. Die Band hat durch Billy noch einen Tacken Wahnwitz hinzugewonnen.
Das Album ist recht schwer in Worte zu fassen, obwohl alle Zutaten eigentlich bekannt sind. Klassischer (wilder) Prog bildet das Grundgerüst, das manchmal mit Streichern, Hörnern, Saxophon, Oboe, Piano, Banjo, Synths, Programming aufgepeppt wird. Das ergibt dann instrumentale Abfahrten die mächtig Laune machen. Zum Beispiel in "Pachinko Pt.1". Dazu kommen die großen Melodien die aus den Bereichen Pop, ArtRock, Synthwave und einem Schuss Progmetal entspringen. Und als Kirsche auf der Torte gibt es noch massenhaft Refrains die an Rockopern erinnern. "Nothing Breaks (A Port of Call)", das vom Gesang etwas an Meat Loaf erinnernde "Cormorant" seien hier als Beispiele genannt. Fast reinen Pop bietet "Okinawa Sky". Der Song erinnert ein bisschen an Aha, wobei die deutlich härter zu Werke gehen. Wenn es zu Pop-lastig wird, wird die Musik dann doch ein bisschen seicht und flach. "Giving Up the Ghost" würde in einer gerechten Welt täglich im Radio rauf und runter laufen. Die Chancen dafür stünden höher, wenn das Lied nicht durch diese mörderischen Schlagzeugfiguren mehrmals unterbrochen würde. Für eine norwegische Band versprüht das Album eine ungeheure positive Energie und Spielfreude. Trotz des ernsten Themas des Albums explodiert die Musik förmlich vor Spaß und Freude. Erinnert mich an eine Tragikomödie aus dem antiken Griechenland.
Hinweisen möchte ich noch auf das Album-Cover, das von dem spanischen Künstler Antonio Segura Donat gestaltet wurde, der sich DULK nennt, und das mit dem Wort "durchgeknallt" nur höchst unzureichend beschrieben ist. Dessen surreal-überbordende Fantasie passt perfekt zur Musik von Moron Police. Die Musik ist so eine Art Ur-Enkel der Proganfänge Anfang der Siebziger. Es ist erlaubt was Spaß macht und es wurde ohne Grenzen musiziert. Die Band hat sich auch als Musiker enorm weiterentwickelt und die proggigste, virtuoseste Musik ihrer gesamten Karriere geschaffen. Besonders hervorheben möchte ich das Gitarrenspiel von Skollevoll. Virtuoser und härter als je zuvor, zaubert er eine Melodie nach der anderen aus seinem Instrument hervor. Und im Zusammenspiel mit den vielen Gastmusikern des Albums, zum Beispiel auf dem Stück "Alfredo and the Afterlife", schafft er einige der absolut härtesten und abgefahrensten Gitarren-/Geige-/Horn Sessions seit Thank You Scientist. Der Vorgänger "A Boat On The Sea" war ja schon nicht schlecht, aber "Pachinko" ist da doch ne andere Hausnummer. Auch das Songwriting wurde stark verbessert. Trotz der manchmal chaotischen Wildheit, ist in jedem Song ein roter Faden zu erkennen. Die Mischung zwischen den fast schon opernhaften Melodien und knackigen Instrumentalpassagen wird für den ein oder anderen vermutlich ein bisschen zu viel des Guten sein, aber wenn man sich das Album öfter angehört hat, sollte man sich gut reinfinden. Spaß macht das Album allemal.
Bemerkenswert ist außerdem der enorme Wiederhörwert. Beim ersten Durchlauf beeindrucken vor allem die eingängigen Refrains und die überschäumende Energie und mit jedem weiteren Hören entdeckt man die vielen kleinen Details: wiederkehrende Leitmotive, raffinierte Harmonieverbindungen, versteckte Instrumentalstimmen und subtile Bezüge innerhalb des Konzeptalbums. "Pachinko" wächst bei jedem Durchlauf. Hinter der skurrilen Geschichte verbirgt sich ein Werk voller Emotionen, brillanter Melodien und außergewöhnlicher musikalischer Ideen. Wer modernen Progressive Rock mit Humor, Fantasie und einer großen Portion Eigenständigkeit liebt, sollte sich das Album unbedingt anhören.
Christian Zeiger/BBS – 13/15 Punkten
Tracklist:
1. Nothing Breaks (A Port Of Call) (4:45)
2. Alfredo And The Afterlife (2:31)
3. Waiting Around For You (3:31)
4. Cormorant (3:35)
5. Make Things Easier (2:38)
6. Pachinko, Pt. 1 (11:44)
7. Pachinko, Pt. 2 (4:10)
8. King Among Kittens (3:48)
9. Take Me To The City (3:49)
10. The Apathy Of Kings (5:10)
11. Hanabi (0:51)
12. Okinawa Sky (4:15)
13. The Sentient Dreamer (2:57)
14. Giving Up The Ghost (6:00)
Total Time 59:44
Line-up:
- Sondre Skollevoll / guitars, vocals, backing vocals, synths, piano, double bass, desert bass, banjo, percussion, programming, string & horn arrangements
- Lars Christian Bjørknes / synths, piano, organs, melodica, percussion, backing vocals, programming, string & horn arrangements
- Christian Fredrik Holtsteen / bass, fretless bass
- Thore Omland Pettersen / drum outro (14)
With:
- Billy Rymer / drums
Herstellerinformationen:
Just For Kicks Music
Forsthof Julianka
25524 Heiligenstedten
Deutschland
info@justforkicks.de
| Format: | CD |
|---|---|
| Genre: | PROGRESSIVE |
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